was hast Du vergraben, das noch lebt?
welche wurzel in Dir wurde noch nie ans licht geholt?
wo beginnt in Dir das, das älter ist als Dein name?
hier beginnt etwas vor dem beginn.
eine dichte, die nicht erdrückt, sondern umhüllt.
wie das innerste eines alten baumes – nicht finsternis, sondern konzentration.
uralte substanz.
diese tiefe wirkung entzieht sich der schnelligkeit.
sie verlangsamt, verdichtet, zieht nach innen.
in Dir rührt sie an das, was keine worte hat – nicht weil es fehlt, sondern weil es älter ist als sprache.
sie macht den raum kleiner und die stille größer.
manche nennen das schwere.
andere nennen es heimkehr.
es gibt tiefen in uns, die wir nicht besuchen – weil der weg dorthin keine treppe hat, keine orientierung, kein licht.
und doch: genau dort lagert etwas kostbares.
diese farbe ist der ton jener kammer.
sie fragt nicht, ob Du bereit bist.
sie wartet.
sie rostet nicht.
sie bewahrt, was Du abgelegt hast, bevor Du vergessen hast, dass Du es hattest.
in ihr liegt kein urteil – nur das dumpfe, sichere gewicht des gewesenen.
Du darfst hinabsteigen.
Du darfst wiederkehren.
marta grub mit den fingern in die erde, bis die wärme der jahrtausende an ihre handflächen stieg.
etwas uraltes antwortete – dichter als erinnerung, schwerer als worte.
sie verstand: der grund, auf dem sie stand, war auch der grund, aus dem sie stammte.
verwurzelung ist eine form des wissens.
„in der tiefe verliere ich mich nicht – ich finde."