was würde sich in Dir verändern, wenn Du nichts tragen müsstest für einen tag?
wo hältst Du an schwerem fest, das schon längst losgelassen werden darf?
welcher leichtigkeit in Dir begegnest Du am seltensten?
wie morgenluft durch dünne vorhänge – diese schwingung berührt ohne zu greifen.
sie ist so leicht, dass Du zweimal hinschauen musst, ob sie da ist.
und dann merkst Du: sie war die ganze zeit um Dich herum.
sie wirkt entlastend auf das gedankenleben.
das überladen, das viele, das laute – es verliert an gewicht.
eine art innerer weißraum entsteht.
nicht leere, sondern platz.
der geist kann atmen.
dinge, die zuvor drängten, treten einen schritt zurück, und von dort aus sehen sie manchmal kleiner aus, als Du dachtest.
diese farbe ist für jene gedacht, die vergessen haben, wie es ist, sich leicht zu fühlen.
nicht sorglos – leicht.
der unterschied liegt im ton.
hier ist keine dichte, kein gewicht, das Du tragen musst.
sie lädt Dich ein, für einen moment die rüstung abzulegen – nicht weil die welt sicherer geworden ist, sondern weil Du sie kurz nicht brauchst.
ruhe als entscheidung, nicht als erschöpfung.
sie fand den brief zwischen zwei wolken – zart gefaltet, fast durchsichtig.
« lena hielt ihn so lange fest, bis er sich in duft auflöste.
etwas schwebte in ihr hoch, das sie früher gewicht genannt hätte.
jetzt nannte sie es: ich.
„ich darf leicht sein, ohne dafür einen grund zu haben."